AWO Thüringen

Tarifinfo 10: Wesentliche Schritte nach vorn

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Tarifinfo 10: Wesentliche Schritte nach vorn

AWO Tarifrunde zu fairen Arbeitsbedingungen
AWO Thüringen Eintreten ver.di AWO Thüringen  – AWO Tarifrunde zu fairen Arbeitsbedingungen


Weitere Verhandlungsrunde bringt Durchbruch in zentralen Verhandlungspunkten

Am 3. Mai 2022 hatte der AGV AWO Thüringen die Verhandlungen mit einem Angebot beendet, welches die ver.di-Mitglieder als unzureichend abgelehnt haben. Dieses starke Signal der Ver.di-Mitglieder hat beim AGV einiges bewegt. Mit einem wesentlichen verbesserten Angebot lud er am 13. Juli 2022 zu erneuten Verhandlungsgesprächen ein.

Mit Erfolg: Die Gespräche waren konstruktiv und die ver.di-Tarifkommission konnte AM ENDE DES TAGES wesentliche Forderungen durchsetzen:

  • Beibehaltung der Regelung zum Zusatzurlaub für 50- und 60jährige
  • Zusätzliche, jährliche Sonderzahlung in Höhe von 200 Euro (bei Vollzeit) im Sommer (für die Forderung einer jährlichen Erholungsbeihilfe von 156€)
  • Vereinbarung über weitere Verhandlungen bis 31.11.2022 zu
    · Regelungen der Arbeitszeit (z.B. Abschaffung unbezahlter Arbeitsbereitschaft)
    · Zusätzlicher Entlastung durch Freizeit bei Einspringen aus dem Frei
    · Grundlegender Überarbeitung des Arbeitszeitkontos
  • Zuschlag für Sonn- und Feiertagsarbeit von 3,75€ auf 4 €
  • Tariflich geregelter Gesundheitsschutz
  • Verhandlungsbereitschaft für Krankengeldzuschuss über den gesetzlichen Anspruch hinaus (im Zuge der Verhandlungen zu den Entgelten 2023)

Damit liegt INSGESAMT ein Tarifpaket auf dem Tisch, dass wesentliche Forderungen erfüllt:

  • Einführung der 39-Stunden-Woche für alle in zwei Schritten: 39,5 Stunden ab 2023; 39 Stunden ab 2024
  • Tarifliche Regelung von 24-Stundendiensten im Bereich Kinder- und Jugendhilfe
  • 30 Tage Urlaub für alle unter Beibehaltung von zusätzlich je 1 Tag Sonderurlaub für Beschäftigte, die das 50. und 60. Lebensjahr vollendet haben
  • Zusatzurlaub für Nacharbeit: erarbeitete Nachtstunden verfallen nicht zum Jahresende und können übertragen werden
  • Keine Trennung mehr von gesetzlichen und tariflichen Urlaub
  • Jahressonderzahlung von 70% zum 1.1.2024 plus einer Einmalzahlung von 5% im Januar 2024
  • Zusätzliche, jährliche Sonderzahlung in Höhe von 200 Euro (bei Vollzeit) im Sommer
  • Erhöhung des Feiertags- und Sonntagszuschlages auf 4 Euro
  • Einführung der Schichtzulage und einer Wechselschichtzulage in zwei Schritten – 2023 30/90 Euro, 2024 40/105 Euro
  • Erhöhung der Funktionszulage auf 85 Euro
  • Regelung einer „Einspringprämie“ in Höhe von 30 Euro für 2023 und 50 Euro ab 2024 sowie die Verhandlungsbereitschaft für zusätzliche Entlastung durch Freizeit (Verhandlungsaufnahme bis 31.11.2022)
  • Aufnahme von Jubiläumszahlungen in den Tarifvertrag
  • Aufnahme des betrieblichen Gesundheitsschutzes für alle Beschäftigten in den Tarifvertrag
  • Weitere Forderungen zur Regelung der Arbeitszeit und Entlastung werden wir im November 2022 nachverhandeln. Die Arbeitgeber haben in allen noch offenen Punkten Verhandlungsbereitschaft zugesichert.

Dieses Tarifpaket entspricht noch nicht dem Niveau des TVöD. Aber der Weg stimmt und grundlegende Verbesserungen ab 1.1.2023 konnten durchgesetzt werden, für weitere wurde die Verhandlungsbereitschaft verpflichtend festgehalten. Nach konfliktreichen Verhandlungen zeigt der Arbeitgeberverband AWO Thüringen damit Einigungswillen und für grundlegende Veränderungen.

Unsere Forderungen konnten wir damit im Wesentlichen durchsetzen:

  • Grundsätzliche Anwendung des TVöD! In ersten Eckpunkten. Weitere müssen folgen.
  • Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 39h
  • Beibehaltung der Zusatzurlaubsregelung für 50 und 60jährige Beschäftigte
  • Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 70%
  • Einführung einer Erholungsbeihilfe von 156€ in Form einer Sonderzahlung von 200 €

Nun sind die ver.di-Mitglieder in der AWO Thüringen bis Ende Juli gefragt. Sie entscheiden letztlich über die Annahme des Angebots.

Und dann …
Klar ist: Die anstehenden Tarifverhandlungen über die Löhne und Eingruppierungen 2023 geben uns erneut die Möglichkeit für Löhne und Arbeitsbedingungen auf dem Niveau des TVÖD zu kämpfen.

Erste Schritte sind getan, weitere müssen folgen.