Thüringer Kindergärten

Über 1300 Unterschriften für einen besseren Personalschlüssel in Thüringer Kindergärten JETZT!

Erfolgreiche Übergabe-Aktion ‚Kollektive Gefährdungsanzeige“ an den Thüringer Landtag
25.04.2024
Erfolgreiche Übergabe-Aktion ‚Kollektive Gefährdungsanzeige“ an den Thüringer Landtag

Thüringen hat keinen kindgerechten Personalschlüssel. Dadurch ist die Belastung der Beschäftigten sehr hoch und dies hat Auswirkungen auf das Kindeswohl als auch auf die Zuverlässigkeit der Öffnungszeiten für die Eltern. Die stark sinkenden Kinderzahlen bieten jetzt die Gelegenheit mit dem bestehenden Personalbestand das Betreuungsverhältnis deutlich zu verbessern!

Dies hat am 24.04.24 um 17.15 Uhr eine Delegation von ver.di Aktiven vor dem Thüringer Landtag noch einmal deutlich gemacht. Die Erzieher*innen aus kommunalen und freien Trägern aus Erfurt, Jena und Gotha gingen stellvertretend für 1333 Kolleg*innen aus ganz Thüringen mit den Abgeordneten ins Gespräch und bekamen dabei auch Unterstützung von ver.di Vorsitzenden Frank Werneke.

Leider folgten der Einladung zur Entgegennahme der Unterschriften lediglich Abgeordnete der Regierungsparteien, die allein nicht die Mehrheit finden, um die vorliegende Gesetzesnovelle, die eine Personalschlüsselverbesserung von 1:12 vorsieht, zu beschließen.

Zum Hintergrund:

Vielen Einrichtungen stehen bereits zum Schuljahreswechsel in diesem Jahr deutlich weniger Stellenanteile für pädagogische Fachkräfte zu. Für ganz Thüringen bedeutet dies bereits 2024 542 Vollzeitstellen weniger, im darauffolgenden Jahr weitere 722 Fachkräfte. Die Träger müssen nun nach Lösungen suchen. Neben der Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit der einzelnen Fachkraft, um so die verbleibenden Stellenanteile möglichst gerecht unter den Fachkräften aufzuteilen, sehen sich viele auch mit dem Abbau von Stellen oder gar der Schließung konfrontiert.

Die Fachkräfte müssen nun gehalten werden – zum einen um die Qualität zu verbessern, aber auch, um das System zu stabilisieren. Der Krankenstand seien hoch, Fachkräfte verlassen frühzeitig den Beruf, angehende Erzieher:innen brechen die Ausbildung ab und Einrichtungen könnten ihre Betreuungszeiten nicht mehr verlässlich gewährleisten.

Diese Dynamik verschärft sich wahrscheinlich auf Grund des Damokles Schwertes drohender Entlassungen und der vielerorts bereits kommunizierten Arbeitszeitreduzierung.

Flexible Arbeitsverträge sind in den Kindergärten in Thüringen die Regel. Wenn das Mindestmaß von häufig zumindest 32 Stunden noch weiter herabgesetzt wird, bedeutet dies eine deutliche finanzielle Unsicherheit für die Beschäftigten. Insbesondere jüngere Kolleg:innen, die ihre Ausbildungskosten zurückzahlen und eine Familie zu versorgen haben, werden sich fragen, ob sie noch eine Zukunft in diesem Beruf haben. Sie fehlen dann, wenn die vielen älteren Kolleg:innen in den kommenden Jahren in Rente gehen.

Wir fordern deshalb die Abgeordneten des Thüringer Landtages auf, die im vorliegenden Gesetzesänderungsantrag zum Thüringer Kindergartengesetz vorgesehene Personalschlüsselverbesserung im Kindergartenbereich auf 1:12 anzuheben, jetzt umzusetzen. Dies ist dringend notwendig, um Fachkräfte zu halten und das System deutlich zu entlasten! Zudem fordern wir den Landtag auf, einen verbindlichen Stufenplan zu entwickeln, wie mittelfristig eine Fachkraft-Kind-Relation von 1:3 bei den Unter-Dreijährigen und 1:7,5 bei den Über-Dreijährigen